Aktuelles:

Bayerische Ostgesellschaft


Einladung –

Haus des Deutschen Ostens, am Lilienberg 5, München
S-Bahn Rosenheimer Platz

Montag, 20. November, 2017, 19 Uhr -

Vortrag mit Bildern

Teil 1:
Dr. Hanns-Werner Hey
Hilfsprojekte in Kirgistan - Aktuelles 2017

Teil 2:
Mike Schanz, Volker Schindler
Wunderschönes Kirgistan - Ein Reisebericht

 

Teil 1
Hilfsprojekte in Kirgistan - Aktuelles 2017                               Hanns-W. Hey

Auch wenn sich das äußere Erscheinungsbild Kirgistans – Büro-, Wohnungs- und Straßenbau, Infrastruktur – in den letzten Jahren erheblich verbessert hat, u. a. auch eine Folge intensiver Investitionen Chinas - so sind die Lebensbedingungen großer Teile der Bevölkerung nach wie vor prekär: 25% der Bevölkerung leben von 452 US-Dollar pro Person/Jahr, also 1,2 US-Dollar pro Tag. Obwohl kirgisische Arbeitsmigranten im 1. Quartal 2017 die Rekordsumme von 433 Mio. US-Dollar aus der Russischen Föderation (RF) in ihre Heimat überwiesen haben - eine Steigerung gegenüber den ersten drei Monaten 2016 um 67% -, und obwohl die RF seit 2013 Kirgistan insgesamt fast 500 Mio. US-Dollar Schulden erlassen hat, erreichte die Verschuldung des Landes Ende März 2017 mit 4,16 Milliarden US –Dollar bzw. 57,7 % des BIP einen neuen Höchststand (alle Infos aus den Zentralasien-Analysen Nr. 114 v. Juni 2017 der Dt. Ges. f. Osteuropakunde u.a.).
Unsere 20 €-Minirenten pro Monat für besonders Bedürftige werden deshalb noch immer dringend benötigt. Auch wenn diese Zuwendung bisher nur 23 Familien und alleinstehenden Bedürftigen zugutekommt, also nicht mehr ist als der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein - für manche junge kirgisische Frau mit ihren Kindern ist diese Hilfe lebenserhaltend. Auf der diesjährigen BOG-Reise (siehe Reisebericht von Volker Schindler) ist eine Unterstützung dazu gekommen: Ein Ehepaar, beide hörgeschädigt und mit 4 Kindern in offensichtlich unterernährtem Zustand, werden mit monatlich 30 € unterstützt werden.

Auch der Unterhalt von jährlich 8500 € für unser Frauen-Schutzhaus NUR in der Hauptstadt Bischkek muss fortgeführt werden. Letztes Jahr schrieb uns die Initiatorin der Frauen-Schutzorganisation SEZIM, Bubusara Ryskulova - Wir sind dankbar fuer die langfristige Unterstuetzung des Nurhauses, fuer Ihre Großzügigkeit und den Altruismus Ihrer Arbeit, für Ihren wertvollen Beitrag  zum Schutz von Frauen unseres Landes durch Ihre Unterstützung von solchen sozialen strategisch wichtigen Programmen wie Nur Transit Haus. Damit haben bedrohte Frauen die Möglichkeit, von 2 bis 8 Monaten in diesem Haus zu wohnen, wo sie psychologische und rechtliche Unterstützung und Beratung von Experten erhalten. Sie wissen, dass es im Kyrgyzstan keine solchen Programme gibt, leider koennen wir auch keine Hilfe vom Regierung bekommen. In Kyrgyzstan gibt es 11 Krisen-Zentren und einige Organisationen, die sich für Frauenrechte engagieren. Zur Zeit ist das Nurhaus das einzige im Kyrgyzstan, das grosse Hilfe den Frauen gibt, die ihr Leben selbst aufbauen möchten und keine Gewalt mehr wollen. Wir sind dankbar und verstehen, dass es viel Kraft und Zeit kostet, um die Unterstuetzung fuer Nurhaus zu sammeln.

Zusätzlich helfen wir den Frauen, die das NUR-Haus nach Überwindung ihrer Lebenskrise verlassen und sich eine selbstständige Existenz aufbauen möchten, mit dem Angebot eines zinslosen Minikredits von 500 €, der innerhalb von 2 Jahren zurückzuzahlen ist. Dieses Angebot ist bislang von 5 Frauen in Anspruch genommen worden. 500 € mögen für unsere Begriffe als Existenzbasis lächerlich erscheinen - für diese Frauen ist das Geld aber der Startschuss für einen Neuanfang: Die eine kaufte sich einen Computer, um ein Buchführungsprogramm zu lernen, eine andere zwei Nähmaschinen, die dritte einen Kühlschrank, um Essen in einem Kiosk zu verkaufen. Alle diese Empfänger unserer Hilfe haben von ihrem Staat keinerlei Hilfe zu erwarten. Und diese Aktion ist eine Erfolgsgeschichte -5 Frauen haben dadurch eine Existenz gründen können und die Kredite zum größten Teil bereits zurückgezahlt, sodass hier ein nachhaltiges kleines Programm entstanden ist.
Vor 6 Wochen habe ich zusammen mit einer Delegation des Bayerischen Jugendrings (BJR) das NUR-Haus (NUR bedeutet so viel wie heller Schein) aufgesucht, um mich/uns davon zu überzeugen, dass diese Einrichtung als nach wie vor einzige Zuflucht für existentiell bedrohte Frauen in Kirgistan ihre Funktion erfüllt. Wenn man – ebenfalls aus den Zentralasien-Analysen Nr. 114 – erfährt, dass am 22. Juni vor Beginn einer Diskussion der Rechte von Mädchen und Frauen in Kirgistan nahezu alle männlichen Abgeordneten das Parlament verlassen haben, dann wird deutlich, dass der von der Verfassung garantierten Gleichberechtigung von Mann und Frau noch immer die nötige Akzeptanz in der Gesellschaft fehlt. Natürlich liegt das vor allem an der nach der Ablösung des Landes von der säkularen Sowjetunion erfolgten Hinwendung zum Islam und den wieder belebten patriarchalen Strukturen. Deshalb verhält sich der ältere Teil der Bevölkerung eher ablehnend gegenüber notwendigen gesellschaftlichen Veränderungen.
Umso wichtiger ist es deshalb, die Jugend des Landes dafür zu gewinnen, ein Ansatz, den der Bayerische Jugendring mit seinem für 2018 geplanten Jugendaustausch verfolgt. Das war das Motiv für den Besuch der BJR-Delegation in Kirgistan, bei dem es in erster Linie darum ging, “unsere“ Aijana Ibraimova zu kontaktieren, die neben der Verwaltung + Verteilung der Spenden der Kirgistan-Hilfe der BOG auch Vorsitzende der Jugendorganisation I love Kirgistan ist. Der Verein hat ein 70 Hektar großes Grundstück am Issyk-Kul erworben, dem kirgisischen Meer mit seinem türkisblauen, glasklaren Wasser - attraktiv eingebettet zwischen den weißen Vier- und Fünftausendern der zentralen Tien-Schan-Ketten. Aijanas Verein hat auf diesem Grundstück all das eingerichtet, was Kindern und Jugendlichen ein paar unbeschwerte Ferien bescheren kann – helle Zwei- und Vierbettzimmer und Gemeinschaftseinrichtungen mit Kantine, Badestrand, Spielplätzen, Event-Bühne und und und – das alles umweltverträglich mit Solarstrom und Bio-Kläranlage – sehr beeindruckend, vor allem, wenn zu hören ist, dass hier 300 Kinder gleichzeitig bekocht, umsorgt, bespaßt und unterrichtet werden können.
Nach den diversen Terminen in Bishkek – u.a. beim stellvertretenden Minister für Jugend und Sport, dem kirgisischen Volkshochschulverband, bei der GIZ und bei der Hanns-Seidel Stiftung, vor allem auch beim deutschen Botschafter, der für die Erteilung der Visa der kirgisischen Jugendlichen und ihrer Begleiter gewonnen werden muss – hat die Delegation das Jugendlager von I love Kirgistan besucht, dort übernachtet, und wurde, nach einem Abstecher in den Ala-Artscha Nationalpark, am letzten Abend von einem der Unterstützer des Vereins, dem Abgeordneten Azamat Dikambaev, in sein Haus eingeladen, über die Organisation informiert und großzügig bewirtet. Inzwischen hat beim Bayerischen Jugendring in München die konkrete Vorbereitung dieser deutsch-kirgisischen Jugend-Begegnung begonnen, über die ich vielleicht schon bei meinem BOG-Report am 20. November Näheres berichten kann. Bei dieser Veranstaltung werden wir nicht nur die Aktionen der Kirgistan-Hilfe und die Spendensituation referieren. Auch Teilnehmer der beiden Reisen durch das Land, die ich zusammen mit unserem Dolmetscher und Partner Salamat Duischenbi in diesem Sommer organisiert habe, werden mit Bildern ihre persönlichen Eindrücke schildern, worauf ich mich besonders freue.
In Kirgistan hat Präsident Atambajew inzwischen den Termin der Präsidentschaftswahl 2017 auf den 15. Oktober festgelegt. Da er selbst nicht mehr kandidieren kann – die von der Übergangspräsidentin Rosa Otunbaeva erarbeitete und seit 2012 geltende Verfassung erlaubt nur die einmalige Präsidentschaft für die Dauer von fünf Jahren – wird Temir Sarijew als Nachfolger favorisiert, der frühere Premierminister, der wegen Korruptionsvorwürfen 2016 zurücktreten musste. Sollte er gewählt werden, erklärte er in einer Pressemitteilung, wolle er den Norden und Süden des Landes vereinen und versuchen, die zahlreichen Spaltungen innerhalb der Gesellschaft auszuräumen. Eine Kandidatin aus der Opposition wirbt für sich unter der bemerkenswerten Prämisse, auf die übliche Bezahlung von ca. 5 Dollar für jede Stimme zu verzichten und, sollte sie gewählt werden, vor allem die Korruption zu bekämpfen. Nach wie vor ist sie das Grundübel, das wie Mehltau über der Gesellschaft liegt, allerdings auch von der amtierenden Generalstaatsanwaltschaft immer wieder verfolgt wird. Der Rechenschaftsbericht dieser Behörde listet 812 Strafverfahren für das Jahr 2016 auf, wovon 92 gegen Bildungseinrichtungen, 63 im Gesundheitsbereich, 72 in den Strukturen des Innen- und 62 in denen des Verteidigungsministeriums eröffnet wurden, persönlich auch gegen den früheren Premier Tschudinow und den ehemaligen Finanzminister Dschaparow. Fast in jeder Ausgabe der Zentralasien-Analysen sind der Kampf gegen Korruption, Wirtschaftskriminalität, aber auch die Verfolgung von Terrorismus-Verdächtigen die beherrschenden Themen.

Wenn man das alles hört und als Tourist nicht nur die von Blumenrabatten gesäumten Boulevards der Hauptstadt registriert, sondern eben auch drei Straßen weiter die dunklen Hinterhöfe und die vergessenen Alten und armen Teufel in den Kämmerchen der schäbigen Plattenbauten erlebt, dann wird deutlich, dass wir unsere Unterstützung für die wenigen, für die wir uns engagieren, unbedingt fortführen müssen.

Mit dem herzlichen Dank für die Hilfe durch unsere treuen Unterstützer verbinden wir deshalb die Bitte, diese Hilfe fortzuführen. Wir versichern noch einmal, dass die Kirgistan-Hilfe durch die Organisationsstruktur der Bayerischen Ostgesellschaft mit weniger als 5% Verwaltungskosten auskommt und unsere Hilfe deshalb fast 1:1 bei den Bedürftigen ankommt.
Wenn Sie unsere Arbeit unterstützen möchten, überweisen Sie Ihre Spende bitte auf das
Kto. der Bayerischen Ostgesellschaft e.V.  - Kirgistan-Hilfe (+evtl. spez.Verwendungszweck)
IBAN DE14 7015 0000 0908 2302 20

Dr. Hanns-W. und Karla Hey
Kirgistan-Hilfe der Bayerischen Ostgesellschaft e.V.
Riedweg 5     82541 Münsing          
Tel. 08177-92044
hw.hey@t-online.de
www.kirgistan-hilfe.de

 

 

Teil 2:
Kirgistanreise der Bayerischen Ostgesellschaft
Von Volker Schindler

Seit einigen Jahren stellt die von Hanns-Werner Hey ins Leben gerufene Kirgistan –Hilfe einen zentralen Pfeiler der sozialen Projekte der Bayerischen Ostgesellschaft dar. Das Angebot einer Rundreise durch Kirgistan fand beim mittlerweile stattlichen Kreis der Spender so große Resonanz, dass zwei Reisegruppen gebildet werden konnten. Die 16-köpfige Gruppe, die vom 21. August bis zum 31.August, dem kirgisischen Nationalfeiertag, unterwegs war, wurde an diesem abschließenden Festtag Zeuge eines trotz der unübersehbaren Sicherheitsmaßnahmen sommerlich-heiteren Spektakels, bei dem die folkloristischen Elemente überwogen. Der unübersehbare Nationalstolz, den die vielen tausend festlich gekleideten kirgisischen Zuschauer an diesem Tag zur Schau trugen, war ein prägender Eindruck für die Gäste aus Deutschland, die sich in ihrer zehntägigen Rundreise durch das Land ein aus vielen Facetten bestehendes Bild machen konnten.

Den Rahmen und den eigentlichen Hauptanlass bildeten die Besuche bei den Sozialprojekten der Kirgistan - Hilfe der BOG. Die zahnmedizinische Station der Poliklinik des abgelegenen Dorfes Tschon Aryk, eingerichtet mit Materialien der Kirgistan - Hilfe, stellte den Anfang dar. Besonders tiefe Eindrücke bei den deutschen Gästen hinterließ der Besuch des Frauenschutzhauses „NUR“. Im Gespräch mit der Initiatorin der Einrichtung, der Psychologin Biubiusara Ryskulova, und den verantwortlichen Betreuerinnen des Frauenschutzhauses wurde in eindrucksvoller Weise deutlich, wie professionell und kompetent diese in Zentralasien einmalige Einrichtung geführt wird. Auch die menschlich durchaus heikle Begegnung mit bedürftigen Empfängern von Minirenten der Kirgistan - Hilfe in Bishkek hinterließ großen Eindruck. Die tiefgreifenden sozialen Verwerfungen, die die Gesellschaft des postsowjetischen Kirgistan zu bewältigen hat, wurden auf diese Weise sinnfällig und warfen viele Fragen auf, die im Austausch mit den kirgisischen Partnern zur Sprache kamen. Auf diese Weise konnte die Reisegruppe direkt erfahren, wie die Hilfsgelder konkret wirken und soziale Kraft entfalten.

Vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Entwicklung Kirgistans spannte sich bei der von dem kirgisischen Partner der BOG, dem Deutschlehrer und Reiseführer Salamat Duischenbi, umsichtig geführten zehntägigen Rundreise das Panorama eines faszinierenden Landes, reich an Gegensätzen und spektakulären Blickfängen, dessen Bewohner ihre traditionellen Lebensformen allmählich mit Errungenschaften der globalisierten Zivilisation verbinden. Nur wenige Stunden außerhalb der Hauptstadt, nach dem ersten Pass Töö - Ashuu (3586 m), tauchten die Besucher in die archaisch anmutende Welt des Hochtals von Suusamir ein. Hier laden die üppigen Wiesen viele Herden von Pferden, Rindern und Schafen in den Sommermonaten zum Grasen ein. Die Bauernfamilien haben ihre Jurten entlang der Straße aufgestellt, um den zahlreichen Trucks, die das Hochtal durchqueren, ihre Produkte anzubieten, unter anderem das traditionelle Kumys, vergorene Stutenmilch. Nach dem nächsten Pass stieß die Reisegruppe erstmals in das Tal des größten kirgisischen Flusses, des Narin, vor, dessen Wassermassen im Stausee Toktogul aufgefangen werden – eine unverhoffte Gelegenheit zum Baden im Angesicht von Viertausendern ringsum. Die Weiterfahrt nach Süden führte die Gruppe in schroffes, abweisendes Gebirgsgelände, das nur entlang der Wasserläufe Leben und Vegetation, aufwies, in erster Linie die für Kirgistan charakteristischen Pappeln.. Erst nach einigen Stunden Fahrt zeigte sich wieder üppiger Grasbewuchs, als sich die Reisegruppe dem Landstädtchen Arslanbob, gelegen inmitten ausgedehnter Walnusswälder am steilen Abhang mächtiger Berge, näherte. In diesem Ort waren die Reiseteilnehmer im Rahmen eines noch jungen „sanften Tourismus“ in usbekischen Bauernfamilien zu Gast, deren Lebensweise sich deutlich vom Nomadentum der Kirgisen unterscheidet. Die Gäste aus Deutschland nahmen an reich gedeckten niedrigen Tischen Platz. Mit großem Genuss verzehrten sie die köstlichen Erzeugnisse üppiger Obst- und Gemüsegärten. Die überall aufgetischten Melonen waren nach stundenlangen Fahrten auf staubigen Straßen stets eine Labsal, die niemand missen mochte. In der grünen Oase Arslanbob spendeten zahlreiche Wasserläufe, unter anderem ein spektakulärer Wasserfall, erfrischende Kühle. Im Schatten der zahlreichen Walnussbäume, für die der Ort weithin berühmt ist, spielte sich ein quirliges Kleinstadtleben ab. Doch dies war erst der Auftakt zu der überbordenden Fruchtbarkeit, die bald darauf das gesamte im Süden Kirgistans liegende üppig grüne Ferganatal ausstrahlte. Intensive Landwirtschaft breitete sich hier in den Tälern aus, wo mit Hilfe der Bewässerung Reisfelder und Baumwollkulturen gedeihen. Die Jahrhunderte alte muslimische Geschichte entlang der Seidenstraße hatte hier deutliche Spuren hinterlassen. Im Städtchen Özgen waren konnte man imposante, gut erhaltene Mausoleen aus der Zeit der Karakhaniden, einem Herrschergeschlecht des 10. und 11. Jahrhunderts, bewundern. Osh, die zweitgrößte Stadt Kirgistans unmittelbar an der usbekischen Grenze, überraschte mit einem geschichtsträchtigen und legendenumwobenen Felsenrücken namens „Salomons Thron“, in dessen Inneren sich ein Museum mit Zeugnissen aus der bewegten Religionsgeschichte des Ortes befindet. Wem in unseren Breiten ist schon bewusst, dass Osh die Heimat von Babur ist, dem letzten Nachkommen von Dschingis Khan, der nach seiner Vertreibung aus Osh in Indien ein Reich gründete und dort das berühmte Mausoleum Taj Mahal errichten ließ? Dass Osh als älteste Handelsmetropole an der Seidenstraße gilt, konnte man sich in dem in seinen Ausmaßen unvergleichlichen Basar unschwer vorstellen. Nur wenige Steinwürfe vom Zentrum entfernt fanden die Reiseteilnehmer Quartier in einem typisch usbekischen Haus, das, obwohl neueren Datums, die hier übliche Familienstruktur spiegelt: Um einen großen Innenhof, der sowohl als Schatten spendender Garten als auch als Parkplatz dient, gruppieren sich die von einer umlaufenden Galerie zugänglichen Zimmer, von denen jedes einem Teil der gesamten Großfamilie Platz bietet. Die Großmutter ist die unangefochtene Herrin des ganzen Hauswesens, in dem neuerdings auch Gäste aus aller Welt gastfreundlich beherbergt und bewirtet werden.
Eine landschaftlich spektakuläre Passfahrt führte die Reisenden über die Fergana-Berge wieder ins Narin –Tal zurück, wo die Gruppe in der aus sowjetischer Zeit stammenden Ansiedlung Kazarman, einst zur Ausbeutung einer Goldmine gegründet, bei kirgisischen Familien beherbergt wurde. Die Bewohner des Städtchens, bislang von Oktober bis Mai wegen Sperrung der umliegenden Pässe von der Außenwelt abgeschnitten, warten auf die baldige Fertigstellung einer neuen großzügigen Verbindungsstraße mit einem langen Tunnel, die seit einigen Jahren mit chinesischem Kapital und von chinesischen Arbeitern errichtet wird. Doch die hier willkommene Wohltat wird anderorts durchaus kritisch betrachtet, denn die chinesische Gabe könnte sich auch als Danaergeschenk entpuppen.

Jenseits des mächtigen Narin –Tals wartete der unbestreitbare Höhepunkt auf die Reisenden: Der Song – Köl, ein paradiesisch unberührter Gebirgssee, 3000 m hoch gelegen, überragt von noch weit höheren Gipfeln und eingebettet in ein weites Hochland mit edelweißbedeckten Wiesen, die im Sommer einer unermesslichen Zahl von Pferden, Rindern und Schafen Platz und Nahrung bieten. Sie bewegen sich auf den grenzenlosen Flächen weitgehend frei. Mitunter werden sie von den stets berittenen Hirten auf neue Weidegründe geführt. Auf diesen Flächen, unweit des Seeufers, erreichten die beiden „Sprinter“ – Kleinbusse nach der Durchquerung von mehreren Bachläufen ein Jurtenlager, wo die Gruppe bei der Bergbäuerin Rahima Bekkazieva und ihren beiden Töchtern gastliche Aufnahme fand. Die Schlafplätze verteilten sich auf mehrere Jurten, gegessen wurde in einem separaten Zelt. Neben landestypischen Speisen wie dem Reisgericht Plov und mit Hammelfleisch gefüllten Teigtaschen („Manty“) wurde stets Tee gereicht. Nachts strahlte ein unvergleichlicher Sternenhimmel. Einen unmittelbareren Einblick in das Leben der kirgisischen Hirten hätte man sich kaum vorstellen können, insbesondere als die Kirgisen beim Abbau einer Jurte zeigten, wie zweckmäßig und geschickt sie ihre Sommerbehausung zu handhaben wissen. Der weit größere Gebirgssee Issyk – Kul, dem die Gruppe auf dem Rückweg nach Bishkek einen kurzen Besuch abstattete, musste nach diesem unvergleichlichen Eindruck trotz seiner gewaltigen Dimensionen ein wenig verblassen.
Den Teilnehmern der Rundreise fiel besonders ins Auge, dass Kirgistan im Lauf von weniger als 20 Jahren einen Schub der Islamisierung erlebt hat. In sowjetischer Zeit, als Religion verboten und tabuisiert war, gab es im ganzen Land nur drei Moscheen. Heute sind es mehr als zweitausend. In den Städten prägen prächtige und repräsentative Bauten mit mehreren Minaretten das Bild, auf dem Land sind die Moscheen bescheidene Bauten, oftmals ohne Minarett. Aber der Ruf des Muezzin ist heute auch im kleinsten Dorf zu hören. Muslimische Bruderstaaten wie Saudi-Arabien und die Türkei fördern den Moscheenbau und finanzieren die Prediger. Es sind auch bei den Einheimischen Stimmen zu hören, die in sozialer und medizinischer Hilfe von den Glaubensbrüdern eine größere Wohltat erblicken würden.
Erfreulich ist die Tatsache, dass Kirgisen und Usbeken, die dominierenden Volksgruppen des Landes, wieder zu einem friedlichen Zusammenleben gefunden haben. Ethnische Konflikte, zuletzt 2010 von außen in das Land getragen und wohl bewusst geschürt, haben sich beruhigt und spielen im Moment keine Rolle, wie unser Reiseleiter Salamat Duischenbi versicherte. Kirgistan, so stolz und nationalbewusst es sich an seinem Nationalfeiertag präsentiert, ist sich seines Charakters als Vielvölkerstaat wohl bewusst. Hier haben auch die wenigen verbliebenen Angehörigen der deutschen Volksgruppe, etwa die noch etwa zehn deutschen Familien im ehemals rein deutschen Dorf „Rot-Front“ bei Tokmok ihren angestammten Platz, wie Nikolai Pauls, der sehr gut deutsch sprechende Hausmeister des stattlichen Bethauses, mitteilte.
In Erinnerung bleibt ein überwältigendes Gesamterlebnis aus elementarer Natur und in Jahrtausenden gewachsener ursprünglicher Lebensweise, die in den ländlichen Gebieten noch lebendig ist und nur zögernd die Annehmlichkeiten der Zivilisation, etwa in der Form von Solarenergie im Jurtendorf, aufnimmt. Im Gegensatz dazu hat sich die Metropole Bishkek mit knapp einer Million Einwohnern in den vergangenen Jahren zu einem quirligen, lebendigen Zentrum entwickelt, das Weltläufigkeit in einer toleranten, gleichwohl eindeutig orientalischen Variante ausstrahlt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Einladung -

Prof. Dr. Andreas Otto Weber

>Kulturtransfer, Siedlungsbewegungen, und Landerschließung in Ostmitteleuropa im Mittelalter. Das Beispiel der deutschrechtlichen Siedlung.<

Vortrag mit Bildern

 

Europa war vor den zwei Weltkriegen wesentlich bunter und multikultureller als danach, besonders der große Raum zwischen Ostsee und Schwarzem Meer: Seit dem hohen Mittelalter entwickelte sich hier in zahlreichen Regionen und unter unterschiedlichsten Kronen eine sprachliche, konfessionelle und kulturelle Vielfalt, die erst dem Nationalismus und seinen katastrophalen Auswirkungen im Nationalsozialismus und Stalinismus zum großen Teil zum Opfer fallen sollte. Einen großen Anteil an diesem „bunten Osten“ hatten deutschsprachige Siedler. Sie kamen seit dem späteren 12. Jahrhundert in viele dieser Regionen und brachten immaterielles Gepäck mit: Besondere Rechtsformen, wie Stadtrechte und Landrechte, die auf viele Menschen anziehend wirkten. Daher hat sich in der Forschung der Begriff der deutschrechtlichen Siedlung gegenüber der älteren, stark national konnotierten Bezeichnung „deutsche Ostsiedlung“ durchgesetzt. Wie diese Siedlungsbewegungen funktionierten, von wem sie ausgingen und welche neuen Systeme dadurch entstanden, darüber informiert der Vortrag.

Prof. Dr. Andreas Otto Weber lehrt an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg mittelalterliche und neuere Geschichte sowie bayerische und fränkische Landesgeschichte. Er ist Direktor des Hauses des Deutschen Ostens beim bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration

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  • EINLADUNG

    JUGEND KOMMUNIZIERT 1. Bayerisch- Russisches Jugendkulturforum 2017 - Theater und Film -

    im EINSTEIN KULTUR Einsteinstraße 42, 80675 München am 18.10.2017 von 10:00 bis 18:00

      Diskussionen Workshops Filmvorführungen Networking

      2016/17 war das deutsch-russische Jahr des Jugendaustausches, initiiert von den Außenministern Russlands und Deutschlands, Sergej Lawrow und Frank-Walter Steinmeier, die auch die Schirmherrschaft für das Jahr übernommen haben und es unlängst in Berlin feierlich beendigten. Im Anschluss daran findet am 18. Oktober in München das Erste Bayerisch-Russische Jugendkulturforum statt, initiiert von der Gesellschaft Russland-Deutschland (Präsidentin Dr. Olga Zinoviev) und der Stiftung « Russkij Mir » (Anatoly Blinov) und durchgeführt in Zusammenarbeit mit den deutschen Partnern OstWestWirtschaftsForum Bayern (Präsident Eberhard Sinner, Vizepräsident Hermann Pönisch) und der Bayerischen Ost-Gesellschaft (Erste Vorsitzende Iris Trübswetter).

       

      Bei der eintägigen Konferenz soll der Stand des bayerisch-russischen Jugendaustauschs festgestellt und speziell auf den kulturellen Bereich überprüft werden. In diesem Jahr stehen die Bereiche Film und Theater im Rampenlicht. Nach neuen Perspektiven der Kommunikation unter jungen Leuten wird gesucht. Bei einer Folgekonferenz könnten Musik & Literatur, Mode & Design in den Fokus rücken.

       

      Die Teilnahme von jungen Film- und Theaterleuten aus beiden Ländern ermöglicht ein spannendes Gespräch, das künstlerische Ideen und ihre Realisierungsmöglichkeiten, Erfahrungen mit der Akzeptanz in der Gesellschaft, Strukturen öffentlicher Förderung und bzw. Behinderung, berufliche Ausbildungswege und Zukunftschancen erörtert und vergleicht. Gemeinsame Strategien werden gesucht. Die zentrale Diskussionsrunde wird Frau Christine Hamel vom BR moderieren.

       

      Darüber hinaus erwarten wir wichtige Vertreter des öffentlichen Lebens aus Deutschland und aus der russischen Föderation, die der Konferenz das nötige politische Gewicht verleihen. Nachmittags teilt sich die Konferenz auf in zwei Workshops. Während im Plenum unter Leitung von Prof. Dr. Martin Fincke (Uni Passau / Krasnojarsk) die konkreten Möglichkeiten von Jugendaustausch, Spracherwerb, Studium im Partnerland, Rolle von Städtepartnerschaften und Stiftungen erörtert werden, treffen sich die Regisseure beim Weltcafe in kleinen Runden mit Interessierten. Hier hat Polina Zinoviev die Regie übernommen. Breiten Raum nimmt die Zusammenfassung der Ergebnisse ein und eröffnet eine Schlussdiskussion. Ende gegen 18 Uhr.

       

      Im Plenum findet Simultanübersetzung statt.

      Programm

      9.30 –10.00 Ankunft Teilnehmer, Registrierung 10.00 –11.00 Grußworte

      Moderation: Anatoly Blinov, Russkij Mir, Vize- Präsident der Gesellschaft Russland- Deutschland

        Dr. Beate Merk, Staatsministerin • Sergej Ganzha, Generalkonsul der RF in München • Oleg Ksenofontov, Botschaftsrat und Kulturattaché der Botschaft der RF in Berlin • Toni Schmid, Ministerialdirigent Kultusministerium • Dr. Olga Zinoviev, Präsidentin der Gesellschaft Russland- Deutschland • Eberhard Sinner, Staatsminister a.D., Präsident des OWWF • Iris Trübswetter, Vorsitzende der Bayerischen Ost-Gesellschaft • Peter Franke, Vorsitzender des Bundesverbandes Deutscher West-Ost-Gesellschaften e.V. • Alexey Lyubtsov, Vorsitzender der Föderalen Agentur für Jugendangelegenheiten Rosmolodezh
          • Dr. Gabriela Sperl, Produzentin

      1.00 –11.30 Kaffeepause

      11.30 – 13.30 Podiumsgespräch, Vorstellung der Künstler und Regisseure Moderation: Christine Hamel, BR

      Aus Deutschland:

      Aus Russland:

      13.30 –14.30 Mittagessen

      Paralleles Programm:

      Podiumsdiskussion

      Jugendaustausch, Spracherwerb, Schule, Studium, Jugendbegegnungen, Städtepartnerschaften Leitung: Prof. Martin Fincke

      Alexey Lyubtsov, Rosmolodezh • Dr. Tatjana Lukina, Kulturzentrum MIR • Oksana Kogan-Pech, RussoMobil • Maria Klimovskikh, JunOst e.V.

      Drei Workshops «Theater» + «Film»

      (Organisation und Leitung Polina Zinoviev) Gesprächsrunden mit russischen und deutschen Theater- und Filmleuten

      16.30 – 17.00 Kaffeepause

      17.00 – 18.00

      Zusammenfassung, Schlussdiskussion

      Änderungen vorbehalten
    1. Anmeldung erforderlich! Anmeldeschluss 10.10.2017. Begrenzte Platzzahl! Bitte mit Namen, Anschrift, Telefon und E-Mail-Adresse anmelden. jugendforum@owwf.bayern




    2. Die Workshops

      JUGEND KOMMUNIZIERT 1. Bayerisch- Russisches Jugendkulturforum 2017 - Theater und Film - im EINSTEIN KULTUR Einsteinstraße 42, 80675 München am 18.10.2017 Workshops für Schüler und Studenten

        1. Vodkatrinkende Bären tanzen im Schneetreiben um einen Samowar

        Der deutsche Drehbuchautor Jochen Greve und der russisch-uzbekische Regisseur Talgat Batalov wollen Klischees inszenieren. In Anlehnung an den Filmklassiker « Die seltsamen Abenteuer des Mr. West im Lande der Bolschewiki » aus dem Jahre 1924 soll ein Filmkonzept erarbeitet werden, das die heutigen gegenseitigen Klischeevorstellungen von Russen und Deutschen in Szene setzt. Zur Vorbereitung wird eine Durchsicht des Films empfohlen. Ferner kann das Thema « Klischee und Vorurteil » bereits im Vorfeld erarbeitet werden.

        2. Ein russisches Märchen als Action-Thriller ?

        Der Regisseur und Leiter der renommierten Neuen Münchner Schauspielschule Vincent Kraupner probt eine dramatische Kampfszene aus einem russischen Theaterstück. Dabei stellt Leonid Semenov die « russische Schule » des Bühnenkampfes vor. Alle dürfen mal zuschlagen.

        Es ist empfehlenswert, das Stück zumindest diagonal gelesen zu haben, um eine Vorstellung von den Handelnden und der Handlung zu bekommen. So sparen wir uns kostbare Zeit während des Workshops.

        3. « Panzerkreuzer Potemkin » reloaded

        Regisseurin Martina Veh will eine berühmte Szene aus einem russischen Kultfilm auf die Bühne bringen. Diese muss aber noch vertont werden – mit einer Musik, die die Kursteilnehmer zusammen mit dem Komponisten Christoph Reiserer vor Ort erschaffen. Das Konzept wird gemeinsam erarbeitet. In diesem Workshop geht es darum, zu einem Stummfilmausschnitt mit dem Computer Musik zu komponieren. Dazu sind keine musikalischen Vorkenntnisse erforderlich, weil wir bestehende Musik, die die Teilnehmer auch gerne in Form von Audiofiles mitbringen können, als Basis verwenden. Diese Aufnahmen werden collagiert, verfremdet und mit Effekten versehen zu dem entsprechenden Film im Computer geschnitten. Die Software für unseren Workshop heißt ableton live. Sie wird, wie der Name schon andeutet, vor allem von Live-Musikern, aber auch in Theatern und für Popmusikproduktionen verwendet und ist sehr intuitiv in Echtzeit zu bedienen. Hier kann man die Testversion herunterladen, die wir auch in unserem Workshop verwenden: https://www.ableton.com/de/trial/ Bitte wenn möglich ein Laptop mitbringen und die Software darauf installieren!

      Anmeldung bis zum 10. Oktober unter Angabe der jeweils gewählten Kurse. Polina Zinoviev, Koordination Workshops polina.zinoviev@yahoo.fr Änderungen vorbehalten

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      Kinderhilfe Peretschin – Transkarpatien - Ukraine der Bayerischen Ostgesellschaft Fahrt vom 6.-13.7.2016

      Von Iris Trübswetter


      Dank der guten Spendensituation (besonderer Dank an Josef-und-Sibylle-Krettner-Stiftung und Sozialfonds Rotary Club Main- burg) und des schlechten Griwnakurses konnten wir in diesem Jahr sogar 52 Kinder aus äußerst armseligen Verhältnissen, vielfach Waisen und Sozialwaisen, im Alter von 6 bis 14 Jahren für die Zeit vom 11. Juli bis 1. August für drei Wochen zum Erho- lungsurlaub ins Ferienlager Barwinok einladen. Wir hatten diesmal kaum gesammelte Kinderkleidung, jedoch für jedes Kind wie- der einen kleinen Rucksack mit einem neuen Handtuch und Hygieneartikeln (Zahnbürste, Zahnpasta, Seife) und ein Kuscheltier und / oder eine Puppe (Tausend Dank an Frau Rossteuscher) oder ein kleines Modellauto. Bereits am Anreisetag waren fast alle Kinder von Lehrern Bürgermeistern, Eltern, Nachbarn aus den Dörfern gebracht worden und die Betreuer hatten alle Hände voll zu tun, sie erst einmal zu waschen, die Läuse zu behandeln und fehlende Kleidungsstücke aus dem Fundus unserer früheren Lie- ferungen zu ersetzen. Für weitere Kleidungsergänzungen und den Einkauf von Schulsachen ließen wir unserer Partnerin vor Ort, der Lehrerin und Leiterin des Ferienlagers, Frau Olga Barsak, etwa 1500 Euro da. Gewogen und ärztlich untersucht werden die Kinder dann von der stets anwesenden Ärztin.

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      Die Kinder kamen fröhlich und hochmotiviert, genossen das gute und reich- liche Essen und durften gleich am ersten Tag nach Herzenslust auf dem Spielplatz spielen oder sich an Fußball oder Basketball beteiligen. Bei flotter Musik wurde abends dann im Hof der erste Gruppentanz eingeübt und Gruppenspiele organisiert. Bei der offiziellen Begrüßung mit Geschenküber- reichung fanden gar nicht alle Kinder Platz auf den Stühlen rund ums Foyer.

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      Mit unserer Hilfe werden nun die Kinder mehrere Ausflüge machen, worauf sie sich besonders freuen. Besuche im Schwimmbad in Uzhgorod, im Schön bornpark (mit Reiten) und auf der Burgruine Newizki stellen Höhepunkte dar, deren glückliche Erinnerung sie über das nächste schwierige Jahr be- gleiten wird und die Hoffnung auf ein besseres Leben weckt. Von ihren Familien haben sie nichts Vergleichbares zu erwarten.


      Der Erhalt des Lagers Barwinok stand schon auf der Kippe, weil die Nachfrage existenzbedrohend nachgelassen hatte. Minimale Einkommen und Wegfall von Förderungen hatten es für die meis- ten Familien der Region unmöglich gemacht, ihre Kinder in Ferienerholung zu schicken, so dass das große Haus mit über 100 Plätzen in den Ferienmonaten bei weitem nicht ausgebucht war. Nun wurde ein Arrangement mit einer anderen Gewerkschaft getroffen, die künstlerisch begabte Kinder aus Kiew und aus dem ganzen Land zum Malurlaub herschickt. So ist plötzlich das Haus wieder voller Leben mit 100 Kindern, die gleichzeitig Spaß haben.

      Für die Bayerische Ostgesellschaft konnte ich heuer eine besondere Würdigung entgegennehmen. Beim groß gefeierten Fest Johanni (nach orthodoxem Kalender erst am 7.7.) mit Johannisfeuern und großem Theaterprogramm der Kinder wurden

      die Sponsoren und Wohltäter des Kinderlagers auf die Bühne gebeten und geehrt. Die BOG ist in den letzten Jahren immer wichtiger geworden für die Auslastung des Lagers und so überreichte mir der Gewerkschaftsvorsitzende unter Dankesworten eine Urkunde und von der Crew von Barwi- nok bekam ich eine Art selbstgebastelte Schultüte mit Papierblumen und Süßigkeiten. Ich ließ es mir nicht entgehen, öffentlich zu danken und meiner Freude darüber Ausdruck zu verleihen, dass wir über die Jahre so vielen Kindern mit diesem Sommerlager helfen konnten.


      Die Lebensmittelhilfe, die nunmehr 10-mal an 13 Familien verteilt wurde, wird regelmäßig dringend erwartet, und neue Famili- en kommen dazu, die ebenfalls dringend Hilfe für die Ernährung ihrer Kinder brauchen. Mehrere Todesfälle sind aufgetreten, die Oma von Ilia ist im Alter von 47 Jahren gestorben, ebenso ein Vater von 5 Kindern im Alter von 45 Jahren, eine Mutter an Tuber- kulose mit 39 Jahren. Zwei neue Babys haben wir angetroffen und drei hochschwangere Frauen. Wir besprachen, inwieweit man die Pakete etwas anders zusammenstellen sollte, um für die Kinder eine vitaminreichere Ernährung zu ermöglichen, und vielleicht auch noch etwas zum Lesen, denn mehr als eine Bibel ist in diesen Haushalten kaum zu finden. Mit Hilfe des Sozialfonds Rotarier Mainburg können wir diese Hilfe auch im kommenden Jahr fortsetzen. Eine ebenfalls äußerst bedürftige Familie wird neu in das Programm aufgenommen, unter der Bedingung, dass die 11 jährige Tochter dann nicht mehr die Schule versäumen muss, um an der Straße Pilze zu verkaufen, damit sie ein paar Griwni für den Lebensunterhalt der Familie verdient.



      Wir konnten einige Familien besuchen, die mit unserer Hilfe ihre baufälligen Häuser ein bisschen sanieren konnten bzw. weiter Hilfe brauchen.

      Für die Familie R., alleinerziehende Frau mit 5 Kindern, konnten wir im Winter neue Fenster einbauen lassen, da die Kinder in ihren Betten fast erfroren wären, doch zeigte es sich nun, dass das Haus wesentlich mehr Sanierungsbedarf hat. Dach und Außenisolierung werden gerade neu gemacht, damit diese fünf großartigen Kinder ein erträgliches Zuhause haben und an die Zukunft glauben können.

      Familie J. in Saritschewo, wo bisher 7 Personen (3 Erwachsene und 4 Kinder) in einem Raum schliefen, hat auf Druck des Bürgermeisters den zweiten, großen Raum des Hauses entmüllt, in dem nun für die vier Kinder ein Zimmer eingerichtet werden kann.




      Doch fehlt es nicht nur an Möbeln und einem Ofen, sondern auch am Bauwerk, das insgesamt nicht so desolat erscheint wie bei Familie R., doch leider im hinteren Bereich des Hauses wegkippt und auseinanderbricht. Dies muss erst gestoppt werden, bevor man dichte Fenster einbaut, an die Decke Platten nagelt und den abgesackten Fußboden richten kann. Für die Kinder ist dieses eigene Zimmer eine echte Chance auf ein besseres Leben. Hier kann auch für die Hausaufgaben ein Tisch mit Stühlen bereitge- stellt werden, was sonst kaum in den Häusern zu finden ist.

      Frau K. in Turia Bystra, eine zupackende, handwerklich begabte Frau, die sich von der Armut nicht unterkriegen lässt, hat mit un-


      serer Hilfe ebenfalls neue Fenster und eine neue Haustür eingebaut. Sie hat im Wohnzimmer einen Estrich gelegt und braucht jetzt noch Geld für den Fußboden. Für ihre drei hübschen Kinder und das erwartete neue Baby eine gute Investition. Wir wer- den Frau Olga Barsak bitten, den Einkauf des Materials finanziell zu ermöglichen und zu überwachen.



       

       

      Der Raum, in dem der kleine Ilja mit seiner Mutter lebte (in Turia Bystra), vor 2 Jahren ein unvorstellbares Dreckloch mit kaputten Fenstern und Löchern in der Wand, ist auf Initiative von Bürgermeister Schkriba zu einem bewohn- baren Raum geworden mit neuen Fenstern, verputzten, gestrichenen Wänden und einem gemauerten Herd.



      Suppenküche

       

      Wie jedes Jahr besuchten wir auch die Sozialstation, besser bekannt als Suppenküche, die in unserem Auftrag im letzten Herbst für einen alten Obdachlosen einen Herd in das von ihm in einem abgelegenen Dorf bewohnte Haus einbauen sollte. Für den Mann, der bisher in dem total verrauchten Haus gehaust hatte, wurde nun plötzlich Empathie empfunden und nicht nur ein Herd eingebaut sondern auch gleich der Raum renoviert, die schwarzen Wände gestrichen und kleine weiße Vorhänge aufge- hängt. Anregungen, mit kleineren Geldbeträgen unterfüttert, wirken in dieser Gegend häufig Wunder.

      Auch heuer ließen wir bei der Sozialstation wieder einen Betrag von 500€, um den etwa 200 peripher betreuten armen, alleinle- benden Menschen in den Dörfern Lebensmittelpakete zu bringen. Dies hatte Anna Lengenfelder schon immer gemacht und wir setzen damit ihre Arbeit fort.


       

      Poliklinik

      Auch die Poliklinik sollte diesmal nicht zu kurz kommen. Unser langjähriger Freund, Dr. Wakarov, ein begabter Chirurg, der Anna Lengenfelder schon immer sehnlichst erwartet hatte, um Geld für den Kauf von dringend benötigtem medizinischem Material für die Klinik zu erbitten, war rehabilitiert wieder zur Stelle, und hatte nun nach seinem früheren Rauswurf den Posten als stell- vertretender Klinikleiter inne. Seine Bitte, Geld für Chemikalien fürs Labor, Inhaliergeräte für Kinder und Gips für Knochenbrüche erfüllten wir gerne. Die eingewechselten Griwni wurden bis zum letzten Groschen ausgegeben und nachgewiesen.

      Die Gesundheitsversorgung ist ein riesiges Problem, da finanziell total unterversorgt. Zwar ist der Arztbesuch kostenlos, die Ärzte sind beamtet, jedoch auf dem Land dünn gesät. Es fehlt den Kliniken und Zahnstationen an Material bis hin zu Spritzen und Ver- bänden, die der Patient selbst mitbringen muss. Auch sämtliche Medikamente sind vom Patienten selbst zu zahlen und vielfach nicht erschwinglich. Frau K., die sich für die Geburt in der Poliklinik angemeldet hat, bekam eine lange Liste, was sie alles mit- zubringen hat. Gesamtpreis 3000 Griwni, zwei Monatseinkommen eines Rentners oder einfachen Arbeiters. Mitzubringen sind Bettwäsche, Nachthemd, Babykleidung, Nabelbinde, Spritze, Arztkittel, Binden und vieles mehr. Wer diesen Betrag nicht auf- bringt, ist auf eine Hausgeburt abseits ärztlicher Versorgung angewiesen mit den entsprechenden Risiken.

      Zahnbehandlungsplätze, von Dr. Hey für die BOG beschafft, transportiert und eingerichtet


       

      Hurra, die Schule Kamjanyzia kann Toiletten bauen

      30 000 € Finanzierung vom Bundesministerium für

      Entwicklung und wirtschaftliche Zusammenarbeit


      Unsere Hartnäckigkeit hat Früchte getragen. Der Antrag der BOG beim Bundesministerium für Ent- wicklung und wirtschaftliche Zusammenarbeit auf Finanzierung (75%) von angemessenen Schülertoiletten für die pädagogisch großartige Gesamtschule in Kamjanyzia wurde nach eher langwieriger Vorarbeit im Juni positiv beschieden, und in Kamjanyzia herrscht eitel Freude. Bei unserem Aufent halt wurden wir gleich am ersten Tag in die Gemeinderatssitzung eingeladen, um uns den Gemein- deverantwortlichen vorzustellen und der BOG ein Gesicht zu geben. Wir wurden mit großem Ap- plaus bedacht, als ich kurz die BOG vorgestellt und den Weg zur Förderung und die nötige Seriosität bei der Durchführung beschrieben hatte. Unser offizieller Partner ist dabei der zvilgesellschaftliche Verein ROKASCH, doch wird die Durchführung bei Schuldirektor und Gemeinde liegen. Bürgermeisterin Maria Koval-Masiuta (rechts) im Sitzungssaal des Rathauses.

       

      K


       


      Ich bin darüber außerordentlich glücklich, auch wenn wir als BOG zu dem Projekt noch den versprochenen Anteil in Höhe von 6500€ beitragen müssen. Ich bin sicher, dass uns unsere großzügigen Spender nicht im Stich lassen. Und 3000€ davon haben wir schon voriges Jahr zurückgelegt.

      Noch ein bisschen Statistik

      Im Laufe des Antragsverfahrens wurden auch statistische Daten abgefragt. Ich möchte Ihnen diese mühsam erfragten Daten nicht vorenthalten, da sie die allgemeine Misere besonders gut beleuchten. Hier am Beispiel der Gemeinde Kamjanyzia einige Zahlen: von den 1938 Einwohnern der Gemeinde Kamjanyzia sind etwa 40 % Kinder, Studenten und Rentner. 662 Personen sind berufstä- tig, die Arbeitslosenquote liegt bei 27%. Monatliche Löhne und Gehälter liegen zwischen 1500 bis 2800 Griwni (50-100 €), Arbeits- losengeld und Renten betragen jeweils 1378 Griwni (knapp 50€, Stipendien für Studenten 845 Griwni (29€)

      Zu den Lebenshaltungskosten: Strom, Heizung, Telefon kosten im Monat durchschnittlich 20 €, das Schulessen für ein Kind mo- natlich 7€ und das Kindergartenessen 3,50 €. Die Lebensmittelpreise sind keineswegs so niedrig, wie der Wechselkurs vermuten lässt: Preise für Grundnahrungsmittel: 1 kg Buchweizengrütze 0,58 €, 1 kg Reis 0,79 €, 1 kg Nudeln 0,57€. Bei einem Familieinein- kommen von 50€, Energie und Telefonkosten von 20€, Mittagessen für 3 Kinder in Kindergarten bzw. Schule 15 – 20 €, bleiben für Essen, Kleidung, Hygiene, Busfahren, Schulmaterial, Hausreparatur, Medikamente, Spielzeug im Monat 10-15 €! Selbstversorgung ist an der Tagesordnung mit Anbau von Kartoffeln und Gemüse im Garten, Hasen oder einem Schwein im Stall für den Festbraten und dem Halten einer Kuh, um Milch für die Kinder zu haben. Sammeln von Beeren und Pilzen zum Verkauf (30 Cent das Kilo Waldbeeren) bessern im Sommer das Einkommen auf. Nicht selten bleiben Kinder dem Schulunterricht fern, um mit Hüten der Kuh oder Beeren- / Pilzesammeln und An- der- Straße- Verkaufen das Haushaltseinkommen aufzubessern.

      Die medizinische Versorgung ist katastrophal. Zwar ist die ärztliche Behandlung kostenfrei und findet regelmäßig in Ambulatori- en in den größeren Dörfern statt, doch müssen die Medikamente selbst gekauft werden, was bei westlichen Preisen meist nicht möglich ist.

      In der Gemeinde besuchen 300 Kinder die einzige Schule. (Srednaja Schkola Stufen 1 bis 3). Davon sind 20 Kinder Halbwaisen oder Waisen (6,7%), 36 Kinder (12%) leben bei alleinerziehenden Müttern, 5 Kinder (2 Prozent) sind behindert.

      Dank

      Mein Dank gilt allen Spendern, unseren Partnern in der Ukraine, Claudia Stroppel, unserer Beraterin bei bengo und meinem Sohn Patrick Trübswetter, der mir auf dieser Reise unerlässlicher Begleiter, Berater, Fotograf und Chauffeur war.




      Spenden und Mitgliedskonto:

      Bayerische Ostgesellschaft e.V., IBAN DE14 7015 0000 0908 2302 20.

       

      Nicht genug danken können wir dem Rotary Club Mainburg /Hallertau, der im letzten Jahr und heuer mit namhaften Beträgen unser Kinderprojekt unterstützt hat:

      lebensmittelhilfe für 13 Familien, Winter- und Sommerschuhe für 65 Kinder, Zuschuss zur Kindererholung und Finanzierung von Ausflügen, Sammlung von Kleidung und Transport, Unterstützung der Schule Kamianyzia mit Deutschunterricht.

      Winterschuhe für 65 Kinder und Sommerschuhe für 65 Kinder dank Rotary Club Mainburg

       

      Lebensmittelhilfe für 13 Familien dank Rotary Club Mainburg

       

       

       

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      Frau Kazenwadel beim Vortrag in der BOG.

       

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      Ausstellung
      Alexander Milstein
      Rays and Other Letters
      Computergraphik, Handzeichnung, Text
      14.3.-16.12.2016



      SDI, Sprachenhochschule, Baierbrunner Straße 28,
      81379 München, U3 Obersendling, BOB, S Bahn Siemenswerke


      Die Bayerische Ostgesellschaft veranstaltet zusammen mit dem SDI München in dessen Räumen eine ganz besondere Kunstausstellung. Wir stellen Alexander Milstein, der bisher ausschließlich als Autor russischsprachiger Romane und Essays hervortrat, zum ersten Mal mit seinem graphischen Werk vor. Das umfangreiche Oeuvre ist parallel zu den Romanen entstanden und bisher über Facebook nur einem kleinen internationalen Freundeskreis aus der Kunstszene bekannt. Die unmittelbare Intensität der Bilder und Zeichnungen, großflächig projiziert in Verbindung mit einer Dichterlesung in der BOG (Übersetzer David Drevs, SDI) ließ den Plan zu einer ersten Ausstellung in Form von Ausdrucken der Computergraphiken reifen.
      Milstein ist ein großartiger Fabulierer und ein präziser Beobachter zugleich. Wir können die Bücher lesen ohne die Bilder zu kennen, und wir können die Bilder genießen, ohne die Bücher gelesen zu haben. Und doch sind Text und Bild eng miteinander verwoben. Jedes Bild erzählt eine eigene Geschichte und bezieht sich doch auf einen Text, sei er schon geschrieben oder erst eine Idee, und jeder Text beschwört ein Bild. Wo Bild und Text zusammentreffen, findet man nicht eine Illustration, sondern eine Erweiterung hinein in eine phantastische Welt. Während der Text präzise wiedererkennbare Orte und Persönlichkeiten, etwa im Roman „Pinoktiko“ die Münchner Kunstszene, das Hotelfoyer, die Isar zur Grundlage der ausufernden Handlung macht, führt uns der Zeichner in eine plakativ grellfarbige, reduzierte Landschaft, in der die Idee eines absurden Plots wie selbstverständlich aufkeimt.
      Alexander Milstein, geboren 1963 in Charkow (Ukraine), absolvierte zunächst ein Mathematikstudium, bevor er sich 1988 dem Schreiben zuwandte. Bisher auf Russisch erschienen sind der Erzählband Schkola kibernetiki (Moskau 2002), die Romane Serpantin (Мoskau 2008), Pinoktiko (Charkow 2008) und Kontora Kuka (Moskau 2012), ein Sammelband mit Langerzählungen unter dem Titel Kodex paraschjutista (Charkow 2013) sowie zuletzt der Roman Parallelnaja akzija
      (Мoskau 2014). 2008 erschien in Moskau seine russische Übersetzung von Judith Hermanns „Sommerhaus später“. Daneben hat Alexander Milstein sowohl Prosatexte als auch Artikel in diversen Zeitschriften publiziert. Seit 1995 lebt er in München.
      Kontakt: Iris Trübswetter, itruebswetter@web.de

       

       


       


      aus des Deutschen Ostens, am Lilienberg 5, S-Bahn Rosenheimer Platz,
      gegenüber Gasteig, Ausgang Schleibinger Straßeaus des Deutschen Ostens, am Lilienberg 5, S-Bahn Rosenheimer Platz,
      gegenüber Gasteig, Ausgang Schleibinger Straße

      Die Beschreibungen zu allen Vorträgen finden Sie im neuesten Infoblatt

      Das Sonderheft zur Fahrt nach Transkarpatien 2014 finden Sie hier

      In Memoriam Anna Lengenfelder (pdf)

       


      Wer wir sind und was wir wollen

      Die Bayerische Ostgesellschaft wurde Anfang 1973 gegründet, damals unter dem Namen "Bayerische Gesellschaft zur Förderung der Beziehungen zwischen der Bundesrepublik und der Sowjetunion e.V." Sie setzte sich zum Ziel, die neue Entspannungspolitik gegenüber Osteuropa durch persönliche Begegnungen und Austausch im kulturellen und wirtschaftlichen Bereich zu fördern und so zur Aussöhnung mit den in der Sowjetunion lebenden Menschen beizutragen.

      Heute betätigen wir uns vor allem in den folgenden Bereichen:

      • Informationsveranstaltungen (Jour fixe, Seminare) über die Länder unseres Interesses
      • Förderung von persönlichen Begegnungen, Einladungen zu Fortbildungsseminaren
      • Ukrainehilfe: Erholungsaufenthalte für vernachlässigte Kinder in Peretschin im Jugendlager Barwinok in Transkarpatien, Deutschunterricht an der Mittelschule Kamianizia, Armenküche in Peretschin, Unterstützung der Poliklinik Peretschin
      • Kirgistanhilfe des Ehepaars Dr. Hey. Medizintechnische Hilfe, Zusammenarbeit mit Krankenhäusern und Hilfsorganisationen, Frauenhaus in Bischkek in Zusammenarbeit mit der Organsiation SEZIM, Patenschaften, Aufbau kleiner Werkstätten, Kleinkredite für Frauen
      • Reisen außerhalb der Touristenzentren mit persönlichen Begegnungen

      Unser "Jour fixe" findet in der Regel am dritten Montag jedes Monats (außer Ferienzeiten) um 19.00 Uhr im Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, S Bahn Station Rosenheimer Platz, in München statt. Die Vorträge informieren über Geschichte, Literatur, Film und die aktuelle politische und soziale Struktur in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion: Wir legen Wert darauf, dass unsere Refenten aus eigener Erfahrung oder eigener Forschungsarbeit berichten.

      Gäste sind bei all unseren Veranstaltungen herzlich willkommen. Der Eintritt ist frei.

      3-4mal jährlich versenden wir an unsere Mitglieder unser Mitteilungsblatt mit Berichten über unsere Arbeit und Hinweisen auf bevorstehende Termine.

      Mit zwei Regionalkonferenzen 2010 und 2012 haben wir nicht nur wichtige Themen der Zusammenarbeit mit unseren östlichen Partnern analysiert, sondern vor allem auch das Netzwerk zwischen bayerischen zivilgesellschaftlichen Akteuren mit Zielgebiet ehemalige UDSSR enger geknüpft.

      Wir sind Mitglied im Bundesverband Deutscher West-Ost-Gesellschaften (BDWO), der Veranstaltungen größerer Reichweite (Fachtagungen, Symposien, Kulturreisen) organisiert und einige spezifische Arbeitskreise unterhält. Außerdem nehmen wir am RUNDEN TISCH KIEW der Stadt München teil. Wir arbeiten mit dem Moskauer Verein "Freunde Bayerns e.V." zusammen.

      Unsere Arbeit erfolgt ehrenamtlich. Sie wird ermöglicht durch Mitgliedsbeiträge, Privatspenden, Dr. Josef und Sybille Krettner Stiftung (Ukraine), Rotary Club Mainburg, Rotary Club Rosenheim, Lions Club Freising, Honorarkonsul Reinhold Krämmel Stiftung (Kirgistan) und fallweise öffentliche Zuschüsse.

      Auskünfte über uns und unsere Arbeit erteilen Ihnen gerne die Mitglieder des Vorstands.

      Siehe Impressum.